Speicherplatz satt - die richtige Festplatte für den Eigenbau-PC PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lexus   
Donnerstag, den 14. Januar 2010 um 23:28 Uhr

Die Festplatte beherbergt nicht nur Ihre Daten, sondern auch wichtige Sys­temdateien und das Betriebssystem sowie die Anwendungen und Spiele. Ge­rade wenn das Betriebssystem große Ansprüche an die Leistung und Kapazität hat, dann haben die Festplatte und deren Schnittstelle einen beträchtlichen Einfluss auf die Gesamtleistung des Systems. Vor allem bei speicherintensiven Anwendungen wie Bild- oder Videobearbeitung oder DVDs brennen macht sich die Anschaffung einer schnellen Festplatte bald bezahlt, da solche An­wendungen zu größeren Wartezeiten führen, wenn eine langsame Festplatte eingebaut ist. Wie schnell eine Festplatte ist, hängt im Wesentlichen von der Schnittstelle, von der Drehzahl und der Zugriffsgeschwindigkeit ab. Langsame Billig-Festplatten drehen mit einer Geschwindigkeit von 5400 Rpm (Rounds per Minute, Umdrehungen in der Minute), die schnellsten bringen 15.000 Um­drehungen in der Minute.

Doch je schneller die Festplatte, desto höher ist der Preis und desto größer ist der Wärmeabfluss. Und je wärmer die Platte, desto dringender ist Anschaffung eines (lauten) Festplattenlüfters. So macht die Anschaffung einer 10.000er-oder 15.000er-Festplatte keinen Sinn, solche sind derzeit hauptsächlich in Servern zu finden, wo es auf ganz schnellen Datenzugriff ankommt. Für den PC zu Hause reicht eine Festplatte mit 7200 Rpm völlig aus. Ist diese geschickt im Gehäuse eingebaut, sparen Sie sich auch den zusätzlichen Festplattenlüfter, da die warme Abluft bequem im Gehäuse abziehen kann.

Moderne Festplatten sind so schnell, dass sie auch weitaus schneller aus­fallen als früher. Datensicherung ist also ein absolutes Muss für jeden, der wichtige Inhalte verlieren könnte. Es bietet sich daher bei den niedrigen Preisen an, gleich zwei Platten einzubauen, von denen eine Sicherungsauf­gaben übernimmt. Legt man also immer eine Kopie der selbst erstellten Da­ten auf der zweiten Platte ab, ist das Risiko eines Verlusts sehr gering.

Zur Geschwindigkeitssteigerung hat sich in den letzten fünf Jahren RAID durchgesetzt. Diese Technik, die zwei oder vier Platten - idealerweise identi­sche - so kombiniert, dass gleichzeitig verteilt auf zwei Platten geschrieben bzw. von zwei Platten gelesen wird, stammt aus dem Server-Bereich. Dort ist RAID weit verbreitet, wird allerdings nicht nur zur Leistungssteigerung, son­dern auch zur Erhöhung der Systemsicherheit verwendet. Je nach Konfigura­tion kann RAID nämlich auch die gleichen Daten gleichzeitig auf zwei Platten schreiben, was eine Spiegelung bedeutet. Ein Ausfall einer Platte ist kein Pro­blem. Wirklich Tempo bringt RAID, wenn zwei Platten so angesprochen wer­den, dass die Daten quasi abwechselnd geschrieben werden. Damit verdoppelt sich die Transferleistung, das Risiko steigt aber auch, weil die Daten nicht ir­gendwo am Stück, sondern auf beide Platten verteilt vorliegen. Wer ein schnelles RAID-System sicher nutzen möchte, greift auf die Kombination mit vier Festplatten zurück: Dabei wird auf das erste Pärchen verteilt geschrieben und auf das gespiegelte zweite ebenfalls. Damit ist jede Platte gesichert.

Zur Aufrüstung ist RAID nur bedingt geeignet. Wer sich heute für ein RAID-System entscheidet, es aber nur mit einer Platte bestückt, wird vor­aussichtlich in sechs bis acht Monaten keine zweite Platte dieses Typs be­kommen. RAID wollen heißt also: Sofort doppelt kaufen. Außerdem kann ein RAID-System mit zwei Platten nicht nachträglich auf eine bestehende Platte aufgesetzt werden. Die Daten sind dann weg. RAID heißt also auch: Gleich richtig investieren oder bleiben lassen. In Sachen Schnittstellen für die Festplatte stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

 
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